Constance Osterkamp
„Broken Sky" – Ein Musik-Tanz-Video
Interdisziplinäres Projekt FG Kunst und Medien / FB Industrie-Design
© 2001


VMit meinem Diplomfilm "Broken Sky" habe ich versucht, die Musik als basale Ordnung zu verstehen und ihr in drei Gestaltungsebenen zu folgen: mit dem narrativen Aufgreifen und Interpretieren des Liedtextes und der musikalischen Stimmung, mit dem Tanz als älteste musikvisualisierende Ausdrucksform sowie mit der filmischen Bildsprache und Schnittführung. Dabei ist ein Film entstanden, welcher auf das Spiel von Effekten verzichtet und stattdessen versucht, durch seine pure, photografisch geprägte Bildästhetik zu überzeugen.

"The Sky Is Broken" ist ein sehr ruhiges, rhythmisches Musikstück, dessen Kraft sich in reduzierten und prägnanten Klangebenen und einer sensiblen, feinen Melancholie wiederspiegelt. Konform zum musikalischen Ausdruck vermittelt der Inhalt des Textes eine wehmütige, dunkle Stimmung – die Verse sprechen von Einsamkeit, tiefer Trauer, einem inneren Bruch. Diese seelische Momentaufnahme einer menschlichen Persönlichkeit steht im Mittelpunkt des Videokonzeptes und bildet die inhaltliche Grundlage der Tanz-Choreographie und der szenischen Bildgestaltung.

Der narrative Handlungsrahmen unterteilt sich in einen äußeren Raum der Reflektion und in einen inneren Raum der seelischen Auseinandersetzung, welcher eine dominante Stellung im Filmkonzept einnimmt. Der Innenraum ist dunkel, schwarz und in seinen räumlichen Dimensionen nicht zu definieren – ein "Nicht-Raum", welcher erst durch die raumgreifenden Bewegungen der Tänzerin definiert wird. Sie bestimmt ihren Raum. Ihre Tanzschritte sind von dynamischer Kraft geprägt, beziehen sich auf den geradlinigen Rhythmus der Musik, brechen aber auch zeitweise bewußt aus seiner strengen Vorgabe heraus.

Während der innere Raum geprägt ist von Kraft, Anspannung und Dynamik, vermittelt der äußere Raum ein Gefühl von Einsamkeit und Melancholie. Die glatte, abstrahierte Figur der Seele, die Tänzerin, ist als Mensch zu sehen, welcher seinen Raum nicht mehr selber definiert, sondern zu einem Bestandteil des ihn umgebenden Raumes wird. Diese helle Umgebung vermittelt eine kühle, urbane Großstadt-Atmosphäre, wobei die Gesamtarchitektur in den Hintergrund tritt und einzelne architektonische Elemente den Raum und die Bildkomposition bestimmen. Die beiden Handlungsräume verhalten sich in ihrer Gesamtgestaltung absolut gegensätzlich zueinander – wie der Plus- und der Minus-Pol eines geschlossenen Systems oder die Philosophie des Yin und des Yang. Erst durch ihre individuellen Charakteristika gehen sie zusammen und bilden eine künstlerische Einheit.

Cast and Credits:

Tänzerin und Darstellerin: Wencke Kriemer
Choreographie: Wencke Kriemer
Kamera: Sibylle Grunze, Volker Mai, Constance Osterkamp, Maike Tiedemann
Licht: Sibylle Grunze, Volker Mai
Kostüm: Sonja Hesse, Constance Osterkamp
Maske: Norbert Ballhaus

Drehbuch und Regie: Constance Osterkamp
Produzentin: Constance Osterkamp
Avid-Schnitt: Constance Osterkamp
Produktion: FG Kunst und Medien,
Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle

Musik: "The Sky Is Broken" und "Down Slow" aus dem Album "Play" von Moby, © 1999 Mute Records Limited

Aufnahmeformat: DV Cam

Mentoren: Prof. Paul Jung, Prof. Ute Hörner, Prof. Dr. Hanne Bergius

E-mail: conost@web.de


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