Jens-Oliver Gasde
Der begehbare Bach
Experiment zur räumlichen Visualisierung von Musik
© 2001


„Rein durch Zusammenklang kunstvoll geführter Stimmen entstehende angenehme Wirkung genügt uns nicht mehr. Wir brauchen: Durchsichtigkeit, um durchschauen zu können.“
Arnold Schönberg

Den Fugenkompositionen Johann Sebastian Bachs ist eine visuelle Schönheit zueigen, die in der Struktur der Tonmuster und deren räumlicher Konstruktion zum Ausdruck kommt. Im Gegensatz zur Unmittelbarkeit des Klangs erschließt sich diese Schönheit jedoch nur demjenigen, der die Partituren zu lesen versteht.

Für den Besucher der Rauminstallation »Der begehbare Bach« wird das Grundprinzip der Fuge zum sinnlichen Erlebnis: Er bewegt sich zwischen vier halbtransparenten Projektionsflächen, die die vier Stimmen der Fuge darstellen – melodisch eigenständig und doch in perfekter Harmonie miteinander. Gleich der Ästhetik von Kirchenfenstern werden Transparenz und Eigenlicht vereint; die projizierten Bildmotive zeigen verschiedene Aggregatzustände des musikalischen Gedankens.

Interdisziplinäres Projekt FG Kunst und Medien / FB Industrie-Design
Mentoren: Prof. Paul Jung, Prof. Ute Hörner, Prof. Dr. Matthias Götz, Prof. Uli Kühnle

Installation im Neuen Theater am 16.2.2001

Technische Realisierung: Grafikanimation (After Effects),
Datenprojektion mit 4 Beamern und 4 Macintosh G4-Rechnern, manuelle Synchronisation der Filme (»Dirigenten«-Einsatz)

Musik: Johann Sebastian Bach, Die Kunst der Fuge, Contrapunctus 1; Davitt Moroney, Cembalo / Harmonia Mundi 1985

www.jens-oliver-gasde.de


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