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Max Neupert
Google Earth Hack / Rauminstallation · 2006
Hardware: 2 Apple Macintosh Computer, 2 HD Projektoren (insges. 1900
x 2400 pixel), Bedienpult (18 Schalter, Monitor)
Software: Google Earth, predict, Pure Data, Apache [1]
Noch vor fünf Jahren war
es undenkbar, freien Zugriff auf hochauflösende [2] Luft
und Satellitenbilder von jedem beliebigen Ort auf der Erde zu haben.
Weitgehend unzensiert zeigt Google Earth Aufnahmen von den zuvor
geheimsten Orten der Welt (beispielsweise der Area 51 [3]). Ganz ungeniert
enthüllt das neue Medium seinen Ursprung: die höchste Abdeckung
und Auflösung erhält man von heutigen oder zukünftigen
Krisengebieten: sei es Bagdad, Nord-Korea oder die Atomanlagen des Iran.
Als Mittel der militärischen Aufklärung genießt die Satellitentechnologie
höchste Priorität: Erst jüngst wurde ein streng geheimes
Satellitenprogramm dem Kongress erst durch seine Kosten von mehreren
Milliarden US$ bekannt. Seit 1983 sind sogar die Umlaufbahnen der Spionagesatelliten
wieder zur Geheimsache erklärt worden. Einige Amateure widmen ihre
Freizeit der Beobachtung dieser künstlichen Himmelskörper,
die kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang für das
bloße menschliche Auge sichtbar werden. Nur wenn mehrere Beobachtungen
von verschiedenen Standpunkten weltweit miteinander kombiniert werden
lässt sich daraus der Orbit des Satelliten berechnen. Eine Gruppe
von etwa 20 aktiven Hobbyisten tauschen sich heute über eine Mailingliste
[4] aus um ihre Beobachtungen zu koordinieren. Mike McCants errechnet
aus den Beobachtungen die Umlaufbahnen [5]. Die Orbits von Satelliten
anderer Nationen und von zivilen US Satelliten veröffentlicht die
Air Force [6].
Der Betrachter sieht in der Installation Der Über-Blick auf die
Projektionsfläche von der Empore eines Theatersaals herunter. Zu
sehen ist die Erdoberfläche, wie sie in Google Earth dargestellt
wird. Langsam bewegt sie sich anhand der vorgegebenen Satellitenbahn.
Der Betrachter kann aus 16 vorgegebenen Satelliten auswählen zu
denen die Projektion wechselt. Zum ausgewählten Satellit werden
Detailinformationen [7] auf einem in die Konsole eingelassenen Monitor
angezeigt.
Das Satellitenbild und die Ästhetik des analytischen
Blicks von oben herab wird durch die Inszenierung von der Empore herab
erfahrbar gemacht.
Einladung zur Diplomverteidigung am 25.11.2006,
Grafik: Moritz Grünke
Schriftlicher Teil der
Diplomarbeit zum Thema Der Über-Blick (PDF-Datei, 8 MB), Grafik: Moritz
Grünke
und Max Neupert
[1] http://earth.google.com/
http://www.qsl.net/kd2bd/predict.html
http://puredata.org/
http://apache.org/
[2] ~ 1m/pixel
[3] http://maps.google.com/
[4] http://www.satobs.org/seesat/seesatindex.html
[5] http://www.io.com/~mmccants/tles/index.html
[6] http://www.space-track.org
[7] http://www.ucsusa.org/global_security/space_weapons/satellite_database.html
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Präsentation am 25.10.2006 im Volkspark Halle/Saale Foto: Nikolaus
Brade
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